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Auf der Suche nach einer besseren Welt

18. Oktober | 19:30 - 21:30 Uhr
 |  Evangelisches Bildungswerk Regensburg
 | ab 5 € – 8 €
Vierteilige Lese- und Gesprächsreihe mit Harald Klimenta 1972, also vor fast 50 Jahren erschien der Bericht des Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“. Seit dieser Zeit wird die Beweislast immer erdrückender, dass unsere Lebensweise nicht zukunftsfähig ist. Trotzdem unterbleiben angemessene Veränderungen in unserer Gesellschaft, selbst wenn die Gefahren nicht kleingeredet werden. Der Autor und Politaktivist Harald Klimenta wird in dieser vierteiligen Reihe zunächst der Frage nachgehen, unter welchen Voraussetzungen Gesellschaften in der Vergangenheit auf Gefahren lösungsorientiert reagieren konnten und wie Gefahren und Risiken der Gegenwart auf die Menschen wirken. In der dritten und vierten Veranstaltung steht unsere Zukunft im Mittelpunkt: Welches Denken könnte mit welchen Aktivitäten die Voraussetzung schaffen, eine bessere Welt möglich zu machen? Bei allen Veranstaltungen stellt Harald Klimenta wegweisende Bücher zum jeweiligen Thema vor und wird dem Gespräch mit dem Publikum viel Zeit einräumen. Kursnummer A-1 Kosten 8,00 / 5,00 Euro; bei Buchung aller vier Veranstaltungen 25,00 / 18,00 Euro Anmeldung erforderlich über EBW Regensburg, die Plätze sind begrenzt  

1. Veranstaltung (Montag, 18.10.2021, 19.30)

Ulrich Beck: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne 

(Verantwortung im globalisierten Technikrausch und die Zukunft der Demokratie)

Der Titel könnte aus dem Jahr 2021 stammen: Politiker fordern nach Hochwasserfluten Zwangsversicherungen für Gebäude, obwohl immer mehr Lagen überhaupt nicht (mehr) versicherbar sind. Einerseits wollen wir Sicherheit und Planbarkeit, andererseits erzeugt oder erhöht die Industriegesellschaft Gefahren, die dieses Ziel untergraben. Genau dies schrieb der Soziologe Ulrich Beck bereits 1986 auf, im Jahr des Reaktorunfalls von Tschernobyl (zu dem Zeitpunkt war sein in über ein Dutzend Sprachen übersetztes Buch bereits fertiggestellt): Immer mehr Nebenfolgen technischer Revolutionen erzeugen Risiken, obwohl alle „rational“ handeln. Und immer mehr Nebenfolgen entziehen sich der eindeutigen Zuordenbarkeit – so dass niemand mehr zur Verantwortung gezogen werden kann. Bereits 1986 waren den meisten Menschen die uns umgebenden Probleme bewusst, doch damals wie heute ist der Wille für eine Fortsetzung des Kurses immens. Bereits Ulrich Beck skizziert Wege aus der Misere, ebenso wie die Schwierigkeiten, sie zu beschreiten. 35 Jahre nach der Veröffentlichung des Buches lässt sich wesentlich klarer erkennen, welche Fallstricke die Umweltbewegung noch immer vor sich hat. An diesem Abend wird auch auf die Ambivalenz von „Fortschritt“ und „Wissenschaft“ einzugehen sein, wie sie auch Ulrich Beck bereits diskutierte, etwa um die ständig beschleunigende „Veränderungshektik“ einzuhegen.  

2. Veranstaltung (Donnerstag, 4.11.2021, 19.30)

Von anderen Kulturen und aus vergangenen Krisen lernen – um die Zukunft zu meistern

(Drei Bücher von dem Evolutionsbiologen Jared Diamond: „Kollaps“, „Vermächtnis“ und „Krise“)

Do 04.11.2021, 19.30 Uhr Evangelisches Bildungswerk Regensburg e. V., Am Ölberg 2, 93047 Regensburg
Basierend auf seinen jahrzehntelangen Feldforschungen (u.a. in Neuguinea) schrieb der Pulitzer-Preisträger Jared Diamond Weltbestseller, die den Untergang der Inka ebenso thematisieren wie die aktuelle Spaltung der US-Gesellschaft und die Umweltkrise. Er vergleicht individuelle und gesellschaftsweite Krisenbewältigungsstrategien und arbeitet Erfolgsrezepte für die Zukunft heraus. In dieser Veranstaltung werden Schlaglichter auf drei seiner wichtigsten Bücher gelegt: „Kollaps – Warum Nationen überleben oder untergehen“ (2005), „Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können“ (2012) und aktuell „Krise – Wie Nationen sich erneuern können“ aus dem Jahr 2019. Eine Kernthese von Jared Diamond lautet: Krisen sind nur lösbar, wenn Individuen bereit sind, Verantwortung dafür zu übernehmen – und dies gilt auch für Staaten. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Bereitschaft, von anderen zu lernen. Bei gespaltenen Gesellschaften wie der US-amerikanischen scheint dies nicht mehr möglich. Folglich könnten zunehmende Ungleichheit und Abschottungstendenzen den Weg in eine nachhaltige Zukunft verbauen. Können Diamonds reichhaltige Beobachtungen und seine „12 Thesen“ die Voraussetzung für zukunftsfähiges individuelles und gesellschaftliches Handeln sein?  

3. Veranstaltung (Donnerstag, 18.11.2021, 19.30)

Die Rolle der Würde für einer besseren Welt

Peter Bieri: eine Art zu leben – Über die Vielfalt menschlicher Würde (2013) * Avishai Margalit: Politik der Würde – Über Achtung und Verachtung (1998)

Do 18.11.2021, 19.30 Uhr Evangelisches Bildungswerk Regensburg e. V., Am Ölberg 2, 93047 Regensburg
In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Gerecht soll sie sein, tolerant, zukunftsfähig, doch Artikel 1 unseres Grundgesetzes erwähnen wir selten. Obwohl sich die Gründungsväter der Bundesrepublik durchaus etwas dabei gedacht haben, die Würde des Menschen auf Platz 1 zu stellen. Vielleicht, weil wir weder mit dem Begriff noch mit dem Gefühl der Würde so viel anfangen können? Peter Bieri hat sich in seinem Buch der Aufgabe gestellt, die Würde der Menschen konkret erfahrbar und fassbar zu machen – und so auch Artikel 1. Sein Buch ergänzt in idealer Weise das Buch von Avishai Margalit, der eine würdevolle Gesellschaft einfordert, in der staatliche Institutionen die Menschen nicht gängeln. Beide Bücher sind keine Neuerscheinungen, allerdings so aktuell wie nie. Wenn rechtspopulistische Anführer beginnen, Menschen zu beschämen, Shitstorms im Internet Menschen wegen kleinster Vergehen Richtung Suizid treiben oder – ganz allgemein – die Ungleichheit in einer Gesellschaft steigt, ist es dringend geboten, der Würde des Menschen deutlich mehr Gewicht zu geben. Die Veranstaltung bietet – wenn gewünscht – ausreichend Zeit für Diskussionen und Verabredungen auch über den Abend hinaus.  

4. Veranstaltung (Donnerstag, 2.12.2021, 19.30)

Auf dem Weg in eine bessere Welt: Kreativität erzeugt Aufmerksamkeit

Aktions-Inspirations-Workshop mit Hilfe Jean Peters Buch „Wenn die Hoffnung stirbt geht’s trotzdem weiter“

Do 02.12.2021, 19.30 Uhr Evangelisches Bildungswerk Regensburg e. V., Am Ölberg 2, 93047 Regensburg
Das Berliner Peng!-Kollektiv ist eine überschaubare Menge an Menschen, das sich u. a. die Aufgabe gestellt hat, mutige Aktionen durchzuführen, die Spaß machen und in der Medienöffentlichkeit wahrgenommen werden. Jean Peters, einer der Initiatoren, nennt es „Subversive Aktionskunst“, wenn er eine Ölfontäne auf einer Shell-Veranstaltung herumspritzen lässt, Pressevertreter von Vattenfall spielt und den Kohleausstieg verkündet, eine Torte auf Beatrix von Storch wirft oder als Google-Manager erfundene Überwachungsprodukte vorstellt. Dabei geht es ihm nicht darum, um jeden Preis aufzufallen, sondern geschickt in Diskurse einzugreifen, Menschen zum Nachdenken zu bringen und Alternativen sowie reaktionäre Politik sichtbar zu machen. Ausgewählte Aktionen sind in dem Büchlein „Wenn die Hoffnung stirbt geht’s trotzdem weiter“ versammelt, wo Jean Peters ausführlich die emotionalen und juristischen Abgründe, die Erfolge und Misserfolge der Aktionen diskutiert. Er zeigt, dass politisches Engagement bunt, erheiternd, aufregend und auch mutig sein soll. Die Aktionen des Peng!-Kollektivs sind mitunter enorm aufwendig und beinhalten gezielte Regelverstöße – auch wenn das nicht den Geschmack eines jeden Menschen trifft, inspirierend ist es in jedem Fall. In dieser Veranstaltung werden von Harald Klimenta in lockerer Folge Aktionen aus dem Buch vorgestellt und Raum für Assoziationen aufgemacht. In seiner Rolle als politischem Aktivisten (u. a. bei Attac und der Aktionsplattform Verkehrswende) möchte er mit den Teilnehmern Ideen für kreative, „notwendige“ Aktionen in Regensburg zusammenstellen.

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Details

Datum:
18. Oktober
Zeit:
19:30 - 21:30 Uhr
Eintritt:
ab 5 € – 8 €
Veranstaltungskategorie:
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Veranstaltungsort

Evangelisches Bildungswerk Regensburg
Am Ölberg 2
Regensburg, 93047
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