INVISIBLE PEOPLE ist ein experimenteller Dokumentarfilm über den japanischen Butoh-Tanz, auch bekannt als „Tanz der Finsternis“. Diese avantgardistische Form des Ausdruckstanzes entstand in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg und bewegt sich zwischen Aufbegehren, Ritual und Meditation. Der Film zeigt
eindrucksvolle Porträts von Butoh-Meisterinnen und Performerinnen –
darunter Yoshito Ono, Sohn des Butoh-Mitbegründers Kazuo Ono, der während der Dreharbeiten verstarb.
Berger verwebt in INVISIBLE PEOPLE persönliche Erfahrungen mit poetischen und philosophischen Texten des Butoh-Begründers Tatsumi Hijikata. Ausgehend vom Verlust ihres Vaters begibt sich die Regisseurin auf eine filmische Suche nach dem Unsichtbaren – nach Momenten, Menschen und Bewegungen, die sich zwischen Leben und Tod, Sichtbarkeit und Erinnerung abspielen.
„Der Film richtet den Blick auf das Verborgene“, sagt Alisa Berger. „Ich wollte eine tranceartige Erfahrung schaffen, die das Unsichtbare erfahrbar macht – das, was zwischen den Dingen existiert.“
Alisa Berger, geboren 1987 in Makhachkala (Republik Dagestan), wuchs in Lviv (Ukraine) und später in
Essen auf. Sie studierte Film und Bildende Kunst an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), an der Universidad Nacional de Colombia in Bogotá sowie am renommierten Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains in Frankreich. Von 2018 bis 2022 lebte sie in Tokio, wo sie den Butoh-Tanz vor Ort
erforschte und praktizierte.
Berger zählt zu den spannendsten jungen Stimmen des experimentellen Films in Deutschland. Sie wurde für den Max Ophüls Preis und den FIRST STEPS Award nominiert und erhielt 2023
den Studio Collector Prize von Isabelle & Jean-Conrad Lemaître im Jeu de Paume, Paris. Ihre Arbeiten
waren unter anderem im Eye Filmmuseum (Amsterdam), Jeu de Paume (Paris), Tokyo Metropolitan Art
Museum, Kunstpalast Düsseldorf, HMKV Dortmund, Kindl Berlin sowie auf Festivals wie der Berlinale, IDFA, CPH:DOX und Hot Docs zu sehen.
Mit INVISIBLE PEOPLE zeigt Alisa Berger ein vielschichtiges Porträt eines Tanzes, der sich den klaren
Erklärungen entzieht – und gleichzeitig ein zutiefst persönlicher Film über Abschied, Transformation und das Weiterleben im Unsichtbaren ist.