Im Kino der frühen sechziger und siebziger Jahre wimmelt es von Drifter-Figuren. Barbara Loden erzählt in WANDA zum ersten Mal von einer weiblichen Figur, die auf diese Art unterwegs ist.
Wanda, gespielt von Loden selbst, hat Mann und Kinder verlassen und ist auf einer Suche, bei der unklar ist, wo sie hinführen könnte. Ohne Wohnsitz und Arbeit, nie lange an einem Ort und doch mit einer diffusen Sehnsucht nach Zugehörigkeit, treibt sie durch die Welt. Alle Männer, die wollen, dürfen sie zum Essen einladen, sie geht mit in jedes Hotelzimmer, und als ein Bankräuber sie zu seiner Komplizin macht, folgt sie ihm wie selbstverständlich. Wanda ist immer bestrebt, nicht zu stören, „I´m just no good“, sagt sie, als sie nach sich selbst gefragt wird. Doch unter der Oberfläche brodeln Emotionen, Gedanken, Sehnsüchte. Barbara Lodens einziger Spielfilm als Regisseurin ist ein stilles Meisterwerk!
USA 1970
Regie: Barbara Loden
mit Barbara Loden (Wanda Goronski), Dorothy Shupenes (Wandas Schwester), Peter Shupenes (Wandas Bruder), Arnold Kanig (Reisender Handelsvertreter)
Dauer: 1h 42min
FSK: ab 12
Originalfassung mit deutschen Untertiteln