Beiträge mit Tag ‘Kino’

„Meet the biggest mother of them all!“ Eine beispiellos glamouröse Entglamourisierung des Hollywood-Mythos. Faye Dunaway als Camp-Legende Joan Crawford ist eine der besten Villains der Filmgeschichte! Sie ist majestätisch und furchteinflößend zugleich. Himmelhoch ragt sie über alles um sie herum hinaus. Schmallippig lächelt sie mit versteinertem Gesicht, doch wenn sie sich in Rage brüllt, funkeln ihre Augen wie vom Teufel besessen. Faye Dunaway verkörpert in diesem Highlight des cineastischen Camp Joan Crawford (u.a. Norma Desmond in SUNSET BOULEVARD): als narzisstische Prinzessin und rachsüchtige Medusa, als glamouröse Dragqueen und “liebste Mutter” von Adoptivtochter Christina – Jason Voorhees in Christian Dior. Dunaway bekam für ihre Interpretation der krankhaft eitlen Hollywood-Legende 1981 eine Goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin verliehen. Die denkbar beste Auszeichnung für diesen boshaften Geniestreich! USA 1981 Regie: Frank Perry Mit Faye Dunaway (Joan Crawford), Diana Scarwid (Christina Crawford) und Steve Forrest (Gregg Savitt) Dauer: 2h 9min FSK: ab 12 Originalfassung mit deutschen Untertiteln

TRANSIT SUMMER CAMP OPEN AIR: FRIDAY THE 13TH

Trotz unmissverständlicher Warnungen feiert eine Gruppe Twens im Juni 1979 die Wiedereröffnung des idyllischen Summer Camps am Crystal Lake. Ein dummer Fehler, wie wir heute wissen. Schließlich müssen vorehelicher Sex, Drogen und Ungehorsam nach gängigem Horrorfilm-Recht stets mit expliziten Kills ‘bestraft” werden. So lebt es uns auch dieser ikonische Klassiker für das Subgenre des Summer-Camp-Slashers vor. Immer wieder sehen wir das Treiben im Ferienlager aus den Augen des Killers, ein voyeuristischer POV, der uns in Wechselwirkung mit dem grandios penetranten Sounddesign noch heute die Arschhaare aufstellt.

TRANSIT SUMMER CAMP OPEN AIR: FÜR IMMER 16

FÜR IMMER 16 ist STEREO TOTAL! Brezel Görings Super-8-Killerkomödie nach Françoise Cactus’ Buchvorlage vereint Pop, Punk und Trash mit dem musikalischen Universum des vielgeliebten Kult-Duos. Im Urlaub wollen Charlotte, Helena und Oskar ihre Underground-Filmcrew mit einem Film über eine Serienmörderin wiederbeleben, doch bald brechen alte Streitereien aus. Richtig knifflig wird es, als sich alle drei in denselben Mann verknallen. Was nach einem konventionellen Drama klingt, entpuppt sich als ultraschräge Hommage an Trash und Camp. Ein roher, psychedelischer DIY-Fiebertraum.

TRANSIT SUMMER CAMP: TEENAGE SEX AND DEATH AT CAMP MIASMA

Die extravagante Satire ist eine weitere Variation von Jane Schoenbruns (I SAW THE TV GLOW) unverwechselbarem Blick auf Identität, Virtualität und Teenage Angst. Mit im Camp Miasma: Gillian “Scully” Anderson.
Nach Jahren grottenschlechter Sequels soll die junge Regisseurin Kris der totgesagten Horrorfilmreihe CAMP MIASMA neues Leben einhauchen. Doch als sie die Hauptdarstellerin des Originals besucht – die uns nicht von ungefähr an den gefallenen exzentrischen Star Norma Desmond aus SUNSET BOULEVARD erinnert –, driften die beiden Frauen mit uns zusehends in einen glitzer- wie blutgetränkten kollektiven popkulture

44. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE: THE MERRY WIDOW

Erich von Stroheim, der Wiener in Hollywood, nutzt die Operette von Franz Lehár als loses Gerüst. Leichthändig erzählt er auch die turbulente Vorgeschichte, warum Sally zum titelgebenden Charakter wird: In „Monteblanco“ gastiert eine US-Revuetruppe, zwei schneidige Cousins aus dem Königshaus buhlen um deren quirligen Star. Sally erbt ein Vermögen und stürzt sich ins Pariser Nachtleben. Die beiden Männer reisen ihr nach… Stroheims größter kommerzieller Erfolg.

44. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE: DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED

DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED ist der erste lange Animationsfilm überhaupt. Magisch und verwunschen sind die Geschichten aus 1001 Nacht, und ebenso phantastisch sind die bewegten Bilder, die Scherenschnittmeisterin Lotte Reiniger aus Photokarton und Butterbrotpapier geschaffen hat – ein märchenhafter Farbenrausch. Als Vorfilm ein früheres Schmuckstück aus ihrer Werkstatt.

44. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE: THE UNKNOWN

Ein Mehrfachmörder wäre leicht zu identifizieren, er hat an einer Hand zwei Daumen. Darum bindet er sich seine Arme so eng an den Körper, dass es wirkt, als hätte er keine. Im Zirkus tritt er als armloser (!) Messerwerfer auf – Horrorstar Lon Chaney hat sich die Kunst extra beigebracht. Das geht gut, bis er sich in seine schöne Assistentin verliebt, die Angst vor Männerhänden hat… Criterion beschreibt den Film des „Dracula“-Regisseurs Tod Browning als „auf exquisite Weise pervers“.

44. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE: FAUST – EINE DEUTSCHE VOLKSSAGE

… ist ein expressionistischer Klassiker von Meisterregisseur F.W. Murnau: Wuchtige Licht-und-Schatten-Effekte machen die Räume extrem plastisch, ja fast dreidimensional, die „entfesselte Kamera“ und modernste Tricktechnik lassen den alten Faust jung werden, Mephisto die Pest in die mittelalterliche Stadt hineinblasen, den teuflischen Emil Jannings omnipräsent und die beschauliche Stadt zur alptraumhaften Kulisse werden. Lassen auch Sie sich von Mephisto verführen?

44. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE: SAFETY LAST!

Das Bild des Hornbrillenmanns, der am Zeiger der Uhr im zwölften Stock hängt, kennt jede und jeder. Aber wer weiß, wie er dorthin geriet? Harold Lloyds „Boy“ rührt uns noch heute an, wie er als Bursch vom Land als kleiner Kaufhausangestellter in der Großstadt seinen Weg aus der Misere sucht. Ist das der Grund für seinen Aufstieg an einem Wolkenkratzer? Auch der Vorfilm nutzt weidlich das Innen und Außen eines Hochhauses…

44. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE: DER STUDENT VON PRAG

Student Balduin verkauft sein Spiegelbild an den zwielichtigen Scapinelli. Ob er bedacht hat, dass ein Doppelgänger auch ein Eigenleben entwickeln kann? Die beiden Hauptdarsteller, Conrad Veidt und Werner Krauß, treffen hier nach DR. CALIGARI in recht ähnlicher Konstellation wieder aufeinander. Zeitlich angesiedelt 1820 erlaubt dies dem Regisseur Galeen, Romantik und Expressionismus spannend zu mischen. Ein Klassiker des Phantastischen Films.

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