Werner Herzog suchte im Kino nach der „ekstatischen Wahrheit“ – und fand ihren Soundtrack in den schwebenden, eigensinnigen Klangwelten von Popol Vuh. Als Herzogs Filme in den 1970er-Jahren vom Münchner Underground auf die großen Leinwände drängten, begann auch diese Musik ein Eigenleben zu führen: spirituell, hypnotisch, radikal anders. Verantwortlich dafür war Florian Fricke (1944–2001), klassisch ausgebildeter Komponist und Visionär, der mit elektrischen Instrumenten, Rock- und Avantgarde-Einflüssen Neuland betrat. Gemeinsam mit Weggefährt:innen wie Frank Fiedler, Daniel S. Fichelscher und Renate Knaup entstand ein unverwechselbarer Sound zwischen Meditation und Ekstase.
The Lindau Project, 2024 in Regensburg gegründet, holt diese Musik zurück auf die Bühne – und denkt sie weiter. Das Sextett re-imaginiert die ursprünglich im Studio geschichteten Multitrack-Kompositionen in ein dichtes Live-Erlebnis, ergänzt durch Filmprojektionen und stilverwandte Eigenkompositionen. Im Zentrum steht das Spannungsfeld zwischen Frickes klaren, fast sakralen Strukturen und Fichelschers rhythmisch-improvisatorischem Ansatz aus Jazz und Rhythm & Blues. Der enge Austausch mit ehemaligen Popol-Vuh-Mitgliedern fließt dabei direkt in die Arrangements ein.
Zu hören sein werden u.a. Filmmusiken aus Herzogs Klassikern „Aguirre“ (1972), „Die große Ekstase des Bildschnitzers Steiner“ (1974), „Herz aus Glas“ (1976), „Fitzcarraldo“ (1981) und „Cobra Verde“ (1987).
Besetzung:
Bastian Blaimer (El. Baritongitarre), Maximilian Bolch (El. Gitarre), Fabian Broicher (Schlagzeug), Marco Kaspar Grötsch (El. 12-saitige Gitarre), Amelie Klug (Gesang, El. & Ak. Gitarre, Perkussion), Bruno Olsson (Piano & Keyboards). Mit Luis Dollinger (VJ)
Eine Kooperation des Jazzclub Regensburg und kurzfilmwoche
Abendkasse regulär 19,00 EUR, ermäßigt* 13,00 EUR
Vorverkauf regulär 16,00 EUR, ermäßigt* 10,00 EUR
Ticktes unter www.jazzclub-regensburg.de
*ermäßigt sind Festival-Akkreditierte, Jazzclub Mitglieder, Schüler:innen & Studierende