Beiträge mit Tag ‘Kino’

Not all angels are innocent! ‘Lord of the Rings’ Peter Jackson und Fran Walsh finden das Böse/Schöne zwischen 90er-Dreamcore-Kitsch und Coming-of-Age-Horror. Höchst theatralisch: Kate Winslet. Neuseeland, 1954: Wenn die beiden sad girls Juliet und Pauline zusammen sind, ist alles unglaublich aufregend und romantisch. Berauscht von ihrer innigen Freundschaft und gelangweilt von ihrem Alltag in Christchurch, träumen sich die beiden Teenagerinnen in eine schützende Fantasiewelt – so unwiderstehlich, dass sie schließlich glauben, es lohne sich, dafür zu töten… Lange bevor Regisseur Peter Jackson und Drehbuchautorin Fran Walsh Neuseeland zum Auenland machten, widmete sich das filmschaffende Ehepaar diesem wahren Kriminalfall um zwei unzertrennliche Außenseiterinnen. Doch anstatt sich auf die Folgen des Verbrechens zu konzentrieren, stürzt sich der Film kopfüber und bedingungslos mit in die Fantasiewelt seiner ‘himmlischen Kreaturen’. Neuseeland, Deutschand 1994 Regie: Peter Jackson Mit Melanie Lynskey (Pauline) und Kate Winslet (Juliet) Dauer: 1h 40min FSK: ab 16 Originalfassung mit deutschen Untertiteln

TRANSIT SUMMER CAMP OPEN AIR: BUT I’M A CHEERLEADER

Megan ist hübsch, beliebt und Cheerleaderin – eigentlich die perfekte amerikanische Vorzeigeschülerin. Doch ihre Eltern entdecken alarmierende Anzeichen: Sie isst Tofu, hört Melissa Etheridge und küsst ihren Freund mit erschreckend wenig Begeisterung. Die Diagnose ist eindeutig: lesbisch. Statt ins Feriencamp geht es deshalb in das Umerziehungslager “True Directions”, wo queere Jugendliche von ihren Gelüsten geheilt und wieder der Heteronormativität zugeführt werden sollen. Mit grellen Pastellfarben fährt LGBTQ+-Aktivistin und Regisseurin Jamie Babbit dieses Heilsversprechen ungebremst gegen die Wand.

TRANSIT SUMMER CAMP INDOOR: MOMMIE DEAREST

Sie ist majestätisch und furchteinflößend zugleich. Himmelhoch ragt sie über alles um sie herum hinaus. Schmallippig lächelt sie mit versteinertem Gesicht, doch wenn sie sich in Rage brüllt, funkeln ihre Augen wie vom Teufel besessen. Faye Dunaway verkörpert in diesem Highlight des cineastischen Camp Joan Crawford (u.a. Norma Desmond in SUNSET BOULEVARD): als narzisstische Prinzessin und rachsüchtige Medusa, als glamouröse Dragqueen und “liebste Mutter” von Adoptivtochter Christina – Jason Voorhees in Christian Dior.

TRANSIT SUMMER CAMP OPEN AIR: FRIDAY THE 13TH

Trotz unmissverständlicher Warnungen feiert eine Gruppe Twens im Juni 1979 die Wiedereröffnung des idyllischen Summer Camps am Crystal Lake. Ein dummer Fehler, wie wir heute wissen. Schließlich müssen vorehelicher Sex, Drogen und Ungehorsam nach gängigem Horrorfilm-Recht stets mit expliziten Kills ‘bestraft” werden. So lebt es uns auch dieser ikonische Klassiker für das Subgenre des Summer-Camp-Slashers vor. Immer wieder sehen wir das Treiben im Ferienlager aus den Augen des Killers, ein voyeuristischer POV, der uns in Wechselwirkung mit dem grandios penetranten Sounddesign noch heute die Arschhaare aufstellt.

TRANSIT SUMMER CAMP OPEN AIR: FÜR IMMER 16

FÜR IMMER 16 ist STEREO TOTAL! Brezel Görings Super-8-Killerkomödie nach Françoise Cactus’ Buchvorlage vereint Pop, Punk und Trash mit dem musikalischen Universum des vielgeliebten Kult-Duos. Im Urlaub wollen Charlotte, Helena und Oskar ihre Underground-Filmcrew mit einem Film über eine Serienmörderin wiederbeleben, doch bald brechen alte Streitereien aus. Richtig knifflig wird es, als sich alle drei in denselben Mann verknallen. Was nach einem konventionellen Drama klingt, entpuppt sich als ultraschräge Hommage an Trash und Camp. Ein roher, psychedelischer DIY-Fiebertraum.

TRANSIT SUMMER CAMP: TEENAGE SEX AND DEATH AT CAMP MIASMA

Die extravagante Satire ist eine weitere Variation von Jane Schoenbruns (I SAW THE TV GLOW) unverwechselbarem Blick auf Identität, Virtualität und Teenage Angst. Mit im Camp Miasma: Gillian “Scully” Anderson.
Nach Jahren grottenschlechter Sequels soll die junge Regisseurin Kris der totgesagten Horrorfilmreihe CAMP MIASMA neues Leben einhauchen. Doch als sie die Hauptdarstellerin des Originals besucht – die uns nicht von ungefähr an den gefallenen exzentrischen Star Norma Desmond aus SUNSET BOULEVARD erinnert –, driften die beiden Frauen mit uns zusehends in einen glitzer- wie blutgetränkten kollektiven popkulture

44. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE: THE MERRY WIDOW

Erich von Stroheim, der Wiener in Hollywood, nutzt die Operette von Franz Lehár als loses Gerüst. Leichthändig erzählt er auch die turbulente Vorgeschichte, warum Sally zum titelgebenden Charakter wird: In „Monteblanco“ gastiert eine US-Revuetruppe, zwei schneidige Cousins aus dem Königshaus buhlen um deren quirligen Star. Sally erbt ein Vermögen und stürzt sich ins Pariser Nachtleben. Die beiden Männer reisen ihr nach… Stroheims größter kommerzieller Erfolg.

44. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE: DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED

DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED ist der erste lange Animationsfilm überhaupt. Magisch und verwunschen sind die Geschichten aus 1001 Nacht, und ebenso phantastisch sind die bewegten Bilder, die Scherenschnittmeisterin Lotte Reiniger aus Photokarton und Butterbrotpapier geschaffen hat – ein märchenhafter Farbenrausch. Als Vorfilm ein früheres Schmuckstück aus ihrer Werkstatt.

44. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE: THE UNKNOWN

Ein Mehrfachmörder wäre leicht zu identifizieren, er hat an einer Hand zwei Daumen. Darum bindet er sich seine Arme so eng an den Körper, dass es wirkt, als hätte er keine. Im Zirkus tritt er als armloser (!) Messerwerfer auf – Horrorstar Lon Chaney hat sich die Kunst extra beigebracht. Das geht gut, bis er sich in seine schöne Assistentin verliebt, die Angst vor Männerhänden hat… Criterion beschreibt den Film des „Dracula“-Regisseurs Tod Browning als „auf exquisite Weise pervers“.

44. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE: FAUST – EINE DEUTSCHE VOLKSSAGE

… ist ein expressionistischer Klassiker von Meisterregisseur F.W. Murnau: Wuchtige Licht-und-Schatten-Effekte machen die Räume extrem plastisch, ja fast dreidimensional, die „entfesselte Kamera“ und modernste Tricktechnik lassen den alten Faust jung werden, Mephisto die Pest in die mittelalterliche Stadt hineinblasen, den teuflischen Emil Jannings omnipräsent und die beschauliche Stadt zur alptraumhaften Kulisse werden. Lassen auch Sie sich von Mephisto verführen?

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